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Mondsee Ostern 2001

Als Erster berichtet Robert Wild, der Leiter der Sudetendeutschen Jugend über seine persönlichen Eindrücke zur letzten Osterarbeitswoche in Mondsee 2001.

Ergänzend dazu könnt Ihr alle Bilder zum obigen Bericht ansehen.

Hier aber erst einmal der Bericht von Robert:

Am Schönhengster Heimattag 2000 versprach ich Joka Müller an der nächsten Osterarbeitswoche 2001 der Sing- und Spielschar in Mondsee teilzunehmen. Ich kannte die Spielschar schon von ihren Auftritten am Sudetendeutschen Tag und den "Gesangseinlagen" beim böhmischen Dorffest. Aber so richtig wusste ich nicht, was da auf mich und meine Familie zukommen würde. Chor- und Tanzproben, unbekanntes Rahmenprogramm und das mit meinen vier und ein Jahr alten Töchtern - ob das gut geht? Gleich vorweg: Es ging Bestens!

Am Palmsonntag fuhren wir von Nürnberg los in Richtung Mondsee und waren gut 3 Stunden später da. In der Gaststube des Jugendgästehaus trafen wir dann auch auf die gut 30 bereits anwesenden Spielschärler und wurden herzlich empfangen. Unser Familienzimmer wurde bald bezogen - natürlich wollte unsere vierjährige Tochter oben schlafen - und das erste Kennenlernen in der Gaststube konnte noch etwas andauern.

Am Montag dann die ersten "Arbeitseinheiten" nach dem gemeinsamen Frühstück. Zwei Stunden Singen unter Leitung von Ingrid Kieneswenger. Meine letzten Chorerfahrungen lagen schon einige Jahre zurück, aber neben Berthold "Berti" Zecha und Joka Müller kann man gar nicht falsch singen.Das Singen ging schnell vorbei und nach einem kurzen "Mondseer Stuhlgang" (Nicht was Sie denken! Einfach nur Stühle aufräumen) kam das erste Tanzen.

Noch unter Leitung von Joka, da Rainer Jandl (siehe Foto) erst in den nächsten Tagen zu uns stoßen würde. Unser Rainer...
Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass die erforderlichen Tanzpaare immer schnell gefunden waren und eine große Begeisterung herrschte. Gerade die jüngsten Tänzer scheuten sich nicht, Freunde oder Eltern zum Tanzen aufzufordern.
Tanzen im großen Kreis Begeisterte Kindertänzer (1) Begeisterte Kindertänzer (2)

Nach dem Mittagessen dann die große Entscheidung: An welcher Arbeitsgruppe nehme ich nicht teil? Die nachmittäglichen Arbeitsgruppen bereiten auf unterschiedliche Weise den großen Abschlussabend vor. Da gibt es Laienspiel, Instrumentalgruppen und natürlich Bastelgruppen (und etliche Überraschungen).

Im Laufe der nächsten Tage kamen immer wieder weitere Teilnehmer dazu, bis wir schließlich über 70 Personen waren (und davon mindestens 30 Kinder und Jugendliche!). Fasziniert hat uns die unkomplizierte Einbeziehung der Kinder in den Arbeitsablauf. Für uns war das sehr entspannend, da wir trotz der Kinder an den Proben teilnehmen konnten. Für unsere Kinder dagegen wurde es nie langweilig, da sie entweder am Programm teilnehmen konnten, oder mit anderen Spielkameraden das Haus unsicher machten. Zum Glück lässt sich Schokolade sehr gut von den Wänden der Mondseer Jugendherberge abwischen!

Faszinierend war für uns auch, wie viele Chorleiter die Spielschar hat. Gestartet mit Ingrid Kieneswenger, über Tanja Hiebel bis zu Maria Etschmann, die uns auf dieser Woche unter Ihre "Taktstöcke" nahmen. Und dann noch Klaus Babilon und Manfred Hiebel in der "Reserve".

Dieses Jahr gab es zwei besondere Programmpunkte: Besuch beim Bürgermeister von Wels, der Patenstadt der Heimatvertriebenen in Österreich am Gründonnerstag und das 20-jährige Mondsee-Jubiläum der Spielschar am Karfreitag. Der Besuch in Wels sollte auch etwas musikalisch umrahmt werden, und da sich das lokale Fernsehen angekündigt hat, wurden die auserkorenen Lieder natürlich kräftig geübt.

Das Tüpfelchen auf dem "i" war dann noch die Anwesenheit von Prof. Gerald Hellebrand in Wels. Dem Mitbegründer und früheren Chorleiter der Spielschar, von dem auch viele Liedsätze stammen. Passend zur Szene mit dem Welser Bürgermeister Dr. Peter Roitz gaben wir eines seiner Lieder zum Besten. (Aich ho amoll an Schoatz gehot).Der Bürgermeister von Wels Dr. Peter Roitz
Unser Auftritt im Sitzungssaal Leider lies das Wetter keinen Auftritt im Freien zu, so dass wir in den ehemaligen Sitzungssaal des Rathauses ausweichen mussten. Nach Begrüßung durch Otmar Schaner von der Sudetendeutschen Landsmannschaft Österreich (seit kurzem auch Mitglied der Bundesversammlung und des Sudetendeutschen Rates) stimmten wir unter Leitung von Tanja das erste Lied an. Und so wechselten sich jeweils kurze Worte von Bürgermeister Dr. Peter Roitz und dem am Mittwoch auch angereisten Obmann Gerhard Müller mit unseren vorbereiteten Liedern ab. Die Kinder wurden in der Zwischenzeit von einer netten Dame mit Schokolade versorgt.
Anschließend führte uns ein kurzer Spaziergang in das Stadtmuseum. Dort ist neben der Stadtgeschichte auch eine Abteilung für die Heimatvertriebenen eingerichtet worden (sogar mit einem Bild der Spielschar!). Die stadtgeschichtliche Ausstellung wurde in den letzten Jahren neu konzipiert und mit modernen Möglichkeiten multimedial neu gestaltet. Da gab es Dioramen und Videofilme neben den bekannten Ausstellungsvitrinen. Das eine oder andere Ausstellungsstück wäre sicher auch für die Spielschar interessant (wie war das mit dem Notizblock für die Tanzreihenfolge aus dem 19. Jahrhundert?).Ein kurzes Photoshooting vor dem Stadtmuseum

Zum Schluss gab es im Museum dann noch eine Stärkung, bevor es uns zum Vogelpark Schmiding weiterzog. Das Wetter hatte sich gebessert, und so konnten wir die vielen Vögel (Huch, war das nicht eine Giraffe? Schau mal, ein Affe! Ein Krokodil!) in mehr oder weniger freier Wildbahn bewundern. Die Busfahrt zurück war dann ungewohnt still. Wir waren doch alle etwas geschafft.

Am Freitagnachmittag folgte dann die nächste Überraschung: Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Spielschar am Mondsee hatten die Herbergseltern Ulli und Walter eine Bootfahrt auf dem Mondsee organisiert.
Drinnen wars gemütlich und warm An Deck wars eher ungemütlich Herr Müller bei seiner Ansprache

Dank Dr. Hahn, dem Leiter des Tourismusverbandes Mondsee, wissen wir jetzt, wie das Loch in die Drachenwand kam. Das Engagement der Herbergseltern zeigt, dass die Spielschärler schon deutlich mehr, als einfache Hausgäste sind. Ach ja, die meisten Spielschärler sind jetzt mit goldenen und silbernen Ehrennadeln des Tourismusverbandes ausgezeichnet.

Eigentlich wollten wir ja schon am Samstag zurück fahren, aber erfreulicherweise hat man uns zum Bleiben überredet. So konnten wir den Abschlussabend in voller Länge genießen.

Da gab es Instrumentaldarbietungen kleiner und großer Künstler (Manche Stücke "großer" Künstler kamen auch mit zwei Noten aus!) , Zauberer und starke Männer, Einblicke in das Schulleben, in den Religionsunterricht und den Arztbesuch, einen Jazzdance und natürlich den großen Wettstreit der Geschlechter.
Unser musikalischer Nachwuchs Das Studium wird immer früher abgeschlossen Ein gleicher Rhythmus ist alles
Der große Zauberer... ...und der stärkste Mann der Welt Jazzdance aus Hallgarten

Dieses Jahr gewannen eindeutig die Frauen (wo hatten die den Text bloß her?), aber es ist ja noch nicht aller Jahre Abend. Mit Knoblauch, dem Lieblingsgewürz des Chefkochs Walter, weckten Tanja, Maria und Michaela die Leidenschaft der Spielschar. Außerdem konnten wir feststellen, wie gut Polizisten, Sportler, Maler, Maurer, Waschfrauen und Ballerinen miteinander harmonieren.

Bei gemütlichem Singen klang der Abend dann langsam (aber wirklich langsam) aus.
Soo lang(sam) klang er dann aus Oder auch so... Es gab auch noch wache Kinder

Für viele wird es bereits ein Wiedersehen beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg geben. Die Spielschar gestaltet den Volkstumsabend mit und außerdem den Gottesdienst am Sonntag. Als Dirigentin wird Tanja Hiebel die Spielschar leiten. Wir freuen uns schon darauf.

Ein herzlicher Dank gilt dem Schönhengster Heimatbund und seinem Obmann Gerhard Müller für seine Unterstützung, Ingrid für die tolle Organisation vor Ort und allen Chor-, Tanz- und Arbeitsgruppenleitern für ihr Engagement. Und wir "Wilden" bedanken uns bei allen Spielschärlern für die herzliche Aufnahme.

Robert und Iris Wild mit Ida und Helene

 
 
 
 
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